„So geht Verkehrswende“

Planung der Radroute Kassel-Vellmar wird konkret - Baustart Mitte 2022

Radschnellverbindung Vellmar - KasselKreis Kassel - Die Planungen für die Radschnellverbindung Kassel-Vellmar werden immer konkreter. So sollen die ersten Teilstücke der insgesamt 7,5 Kilometer langen Route bereits im Jahr 2022 in Angriff genommen werden.

Andere Teilstücke wiederum bedürfen noch der weiteren Planung, „was einfach der Komplexität der jeweiligen Bauabschnitte geschuldet ist“, sagt ZRK-Direktor Kai Georg Bachmann. Wesentliches Merkmal der geplanten Radschnellverbindung sei ein übersichtlicher und vier Meter breiter Trassenverlauf, der vom Auto- und Fußgängerverkehr abgekoppelt sei.

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Sie planen gemeinsam die Radschnellverbindung Kassel-Vellmar: Sandra Kambach (ZRK, von links), Dirk Stochla (Verkehrsdezernent Kassel), Anne Grimm (Radverkehrsbeauftragte Kassel), Uwe Niede (Radverkehrsbeauftragter Vellmar), Sebastian Richardt (Iffert & Partner), Kai Georg Bachmann (ZRK-Direktor) und Manfred Ludewig (Bürgermeister Vellmar). Foto: Boris Naumann Sie planen gemeinsam die Radschnellverbindung Kassel-Vellmar: Sandra Kambach (ZRK, von links), Dirk Stochla (Verkehrsdezernent Kassel), Anne Grimm (Radverkehrsbeauftragte Kassel), Uwe Niede (Radverkehrsbeauftragter Vellmar), Sebastian Richardt (Iffert & Partner), Kai Georg Bachmann (ZRK-Direktor) und Manfred Ludewig (Bürgermeister Vellmar).

Foto: Boris Naumann

RADSCHNELLVERBINDUNG VELLMAR - KASSEL RADSCHNELLVERBINDUNG VELLMAR - KASSEL

Hier ein Überblick über die einzelnen Bauabschnitte:

Abschnitt I - Holländischer Platz bis Nordstadtpark: In diesem Abschnitt ist es vor allem die Gottschalkstraße mit ihren Studenten-Cafés, die ein völlig neues Gesicht erhalten soll. „Geplant ist die komplette Umgestaltung des Straßenraums, um dort die Aufenthaltsqualität und die Situation für den Fußgänger- und Radverkehr zu verbessern“, sagt Anne Grimm, Radverkehrsbeauftragte der Stadt Kassel. Bislang veranschlagte Kosten: 2,5 Mio. Euro. Die Planungen befinden sich allerdings noch in einer frühen Phase. Womöglich könne mit dem Tiefbau schon 2022 begonnen werden, mit dem Bau der Verkehrsflächen dann 2023.

Abschnitt II - Nordstadtpark, Fiedlerstraße bis zur Ahna-Brücke Hegelsbergstraße: Am weitesten entwickelt ist bereits die Fiedlerstraße. Sie ist seit 2017 als Fahrradstraße ausgewiesen. Im September 2020 wurde noch ein Parkplatzstreifen entfernt und die Fiedlerstraße auch als Vorfahrtsstraße für Radfahrer mit rot markierten Einmündungsbereichen kenntlich gemacht. Dreh- und Angelpunkt ist aber immer noch die gefährliche Kreuzung Fiedlerstraße, Eisenschmiede und Bunsenstraße. Sie bietet für Radfahrer keine unterbrechungsfreie Querungsmöglichkeit. „Aktuell prüfen wir verschiedene Lösungen“, sagt Grimm. „Wir schauen uns alles an: Von einer Ampellösung über einen Kreisverkehr bis hin zu einer Unterführung oder sogar zu einer Hochtrasse für Radfahrer auf Stelzen.“ Frühestens Ende 2021 könne mit Ergebnissen gerechnet werden. Zu Kosten und zur Frage, wann gebaut werde, könne daher noch nichts gesagt werden.

Abschnitt III - Ahna-Brücke an der Hegelsbergstraße: An dieser Stelle wird die Radschnellverbindung die Ahna von der Fiedlerstraße hinüber zur Bunsenstraße queren. „Die Brücke muss dafür ausgebaut und erneuert werden“, sagt dazu Sebastian Richardt vom beauftragten Planungsbüro Iffert & Partner. Das werde nicht für unter einer Millionen Euro zu haben sein. Auch hier stecken die Planungen noch in den Anfängen.

Abschnitt IV - Ab Brücke Hegelsbergstraße bis zur Stadtgrenze Kassel/Vellmar: Auf diesem rund einen Kilometer langen Bauabschnitt wird ein komplett neuer Radweg direkt neben der Bunsenstraße und der Niedervellmarer Straße gebaut. „Der Platz für die vier Meter breite Piste ist da“, sagt Grimm. Veranschlagte Kosten: 1,5 Millionen Euro, im Jahr 2023 soll der Bau in Angriff genommen werden.

Abschnitt V - Stadtgrenze Kassel/Vellmar bis zur Pumpstation Wiesenstraße: Hier handelt es sich um ein nur 250 Meter langes Stück Radschnellverbindung, „das aber erforderlich ist, um die sehr enge Wiesenstraße zu umgehen“, sagt Uwe Niede, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Vellmar. Auch dieser Abschnitt werde komplett neu auf der grünen Wiese gebaut und soll zusammen mit Abschnitt IV im Jahr 2023 umgesetzt werden. Kosten: 180 000 Euro.

Abschnitt VI - Pumpstation Wiesenstraße bis zur großen Eisenbahnbrücke: Dieser Radweg quer durch die Felder ist schon lange vorhanden und wird seit jeher stark genutzt. Das etwa ein Kilometer lange Stück ist bereits asphaltiert, muss aber noch von 2,70 Meter auf 4 Meter verbreitert werden. Ein parallel dazu verlaufender Feldweg wird als Gehweg für die Fußgänger ausgebaut. Baukosten: 1,25 Mio. Euro. Der Baustart ist für 2022 oder 2023 vorgesehen.

Abschnitt VII - Eisenbahnbrücke bis Brüder-Grimm-Straße: Hier stehen noch zwei Varianten zur Debatte. Entweder wird der Radweg über die Ihringshäuser Straße geführt (dann als Fahrradstraße gekennzeichnet), oder auf dem jetzt schon vorhandenen Fuß-Radweg auf der anderen Seite der Ahne (dann aber auf 4 Meter verbreitert und mit getrenntem Fußweg). In jedem Fall geht es ab der Kasseler Straße über den Grundweg wieder hinüber auf die Nord-Seite der Ahne (Frommershäuser Straße) und über einen noch zu befestigenden Feldweg bis zur Brüder-Grimm-Straße am Hallenbad. Kosten: 2 Mio. Euro, Baustart soll 2022 sein.

Mit Blick auf die aktuell veranschlagten Kosten in Höhe von mindestens 8,4 Mio. Euro wird klar, dass der bislang vorgesehene Kostenrahmen in Höhe von 2,6 Mio. Euro deutlich überschritten wird. „Wichtig aber ist, dass dabei hohe Förderquoten von Bund und Land zwischen 70 und 80 Prozent zu erwarten sind“, sagt Bachmann. Auch der Kasseler Verkehrsdezernent Dirk Stochla sowie Vellmars Bürgermeister Manfred Ludewig bewerten die geplante Radschnellverbindung als wegweisendes Projekt. „So geht Verkehrswende. Die Radroute wird Pendlern helfen, sie wird noch mehr Menschen aufs Fahrrad bringen und sie wird Strahlkraft bis ins Umland haben.“