Radroute wird Schnellverbindung

Geplante Strecke Kassel-Vellmar jetzt aufgewertet - Baubeginn Mitte 2022

VON BORIS NAUMANN

Schon seit 2017 ist die Fiedlerstraße in Kassel als wichtiges Teilstück der künftigen Radschnellverbindung Kassel-Vellmar als Fahrradstraße ausgewiesen. Die roten Radwegmarkierungen sowie der Wegfall eines Parkplatzstreifens kamen im September 2020 hinzu.Vellmar/Kassel - Die geplante Raddirektverbindung von Vellmar nach Kassel wird nun doch noch eine Radschnellverbindung - ebenso wie die noch in Vorbereitung befindlichen Routen von Kassel nach Baunatal sowie von Kassel nach Kaufungen/Helsa. „Wenn wir diese drei Routen nicht einzeln betrachten, sondern miteinander verknüpfen, erfüllen wir die Voraussetzungen dafür, Radschnellverbindungen statt Raddirektrouten zu entwickeln“, sagt Kai-Georg Bachmann, Direktor des Zweckverbands Raum Kassel.

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Der Unterschied dabei sei, dass mit dieser Aufwertung nun noch bessere Standards eingeplant werden könnten. Das betreffe vor allem einen noch übersichtlicheren Radwegverlauf, einen verbesserten Fahrkomfort, höhere Durchschnittsfahrgeschwindigkeiten, eine weitgehende Trennung von Fuß- und Radverkehr, eine grundsätzlich höhere Bevorrechtigung des Radverkehrs gegenüber dem Kfz-Verkehr und damit - unter anderem - eine Minimierung von Wartezeiten an Verkehrsknotenpunkten.

Aktuell liefen die Planungen in Zusammenarbeit mit den Städten Kassel und Vellmar sowie dem Niestetaler Planungsbüro Iffert & Partner weiter auf Hochtouren. Ursprünglich sollte die rund sieben Kilometer lange Route Kassel-Vellmar schon in diesem Jahr realisiert werden. „Doch fiel der Planungsaufwand dann doch höher aus“, sagt Bachmann. Jedoch werde ab Mitte 2021 entlang der Strecke voraussichtlich an mehreren Stellen gleichzeitig gebaut werden können.

Hier ein Überblick auf einzelne Routenabschnitte:

  • Gottschalkstraße: Erstmals in die Überlegungen einbezogen wird auch die Gottschalkstraße mit ihren vielen Studenten-Cafés – quasi als Fortsetzung der Route in Kassel im Bereich der Uni. So erwägt die Stadt aktuell eine komplette Umgestaltung des Straßenraums, um dort die Aufenthaltsqualität und die Situation für den Radverkehr deutlich zu verbessern.
  • Kreuzung Fiedlerstraße/Eisenschmiede: Eine der Schlüsselstellen in Kassel ist die gefährliche und unübersichtliche Kreuzung Fiedlerstraße, Eisenschmiede und Bunsenstraße. Zwar ist die Fiedlerstraße bereits seit 2017 als Fahrradstraße ausgewiesen. Im September 2020 wurde zudem noch ein Parkplatzstreifen entfernt und die Fiedlerstraße auch als Vorfahrtsstraße für Radfahrer mit rot markierten Einmündungsbereichen kenntlich gemacht.

Jedoch gibt es noch keine unterbrechungsfreie Querungsmöglichkeit für Radfahrer an der Kreuzung. „Daran arbeiten wir“, sagt Bachmann. Als Zwischenlösung werde es vorerst auf eine Ampelanlage hinauslaufen. Interessanter und in jeder Hinsicht „ein Signal für den Radverkehr in Kassel“, so Bachmann, wäre jedoch der Bau eines Radwegs in luftiger Höhe, gewissermaßen als Brücke für Radler, die die gefährliche Kreuzung Fiedlerstraße/Eisenschmiede überspannt. Ideen dazu würden derzeit geprüft.

  • Neuer Radweg Bunsenstraße: Im weiteren Streckenverlauf soll die neue Radroute ab der Ahnebrücke am Philippinenhöfer Weg auf einer komplett neu gebauten und vier Meter breiten Rad-Piste parallel zur Bunsenstraße auf der anderen Seite der Ahna verlaufen. Bislang teilen sich Fußgänger und Radfahrer den schmalen Weg vorbei an der Gärtnerei-Siedlung auf der Nordseite der Ahna.

„Mit dieser Lösung lassen sich im Sinne einer Radschnellverbindung Fußgänger- und Radverkehr trennen“, sagt Bachmann. Der vier Meter breite Radweg werde sich ohne Unterbrechung weiter entlang der Niedervellmarer Straße bis hin zur Stadtgrenze Kassel/Vellmar fortsetzen. Von dort werde ein neuer Weg hinüber zur Wasserpumpstation und zur Wiesenstraße gebaut. Dann führt die Route durch Felder auf schon vorhandenen Wegen bis zur Eisenbahnunterführung in Niedervellmar.

  • Radwegoptimierung entlang der Ahne: Für den zuvor problematischen kombinierten Fuß-Radweg direkt entlang der Ahna in Niedervellmar ist nun eine Lösung gefunden. Ab der Eisenbahnunterführung führt der Radweg nun über die Ihringshäuser Straße, den Grundweg, hinüber auf die andere Seite der Ahna (Frommershäuser Straße) und einem noch zu befestigenden Feldweg bis hinüber zur Brüder-Grimm-Straße am Hallenbad. Damit wird der Fußweg mit Holzbrücken direkt an der Ahna umgangen. „Als Bonbon prüft die Stadt Vellmar derzeit noch, ob auch eine Unterführung unter der Brüder-Grimm-Straße möglich ist“, sagt Bachmann. Damit wäre dann der Radweg bis zum Ahnepark frei.

Bachmann betont, dass mit den aktuellen Planungen der bislang vorgesehene Kostenrahmen in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro nicht mehr einzuhalten sei. Eine Neuberechnung werde derzeit vorgenommen. Was aber bleibt, ist, dass rund 75 Prozent der Kosten von Bund und Land förderfähig sind. Den Rest werden Kassel und Vellmar gemeinsam stemmen.

Schon seit 2017 ist die Fiedlerstraße in Kassel als wichtiges Teilstück der künftigen Radschnellverbindung Kassel-Vellmar als Fahrradstraße ausgewiesen. Die roten Radwegmarkierungen sowie der Wegfall eines Parkplatzstreifens kamen im September 2020 hinzu.
ARCHIVFOTO: PIA MALMUS
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RADSCHNELLVERBINDUNG VELLMAR - KASSEL