Startschuss für erste Raddirektroute

Planungen für die 7-Kilometer-Strecke von Kassel nach Vellmar beginnen

Kreis Kassel - Gut ein Jahr nach Abschluss der Machbarkeitsstudie zum Bau von Raddirektverbindungen von Kassel nach Vellmar, Baunatal und Kaufungen/Helsa fällt nun der Startschuss für die Planung der ersten Radroute von Kassel nach Vellmar.

„Die rund sieben Kilometer lange Strecke wird in ihrer gesamten Umsetzung die einfachste der drei vorgesehenen Raddirektverbindungen von Kassel ins Umland sein“, sagt Kai Georg Bachmann, Direktor des Zweckverbandes Raum Kassel (ZRK). „Deshalb fangen wir erst mal mit dieser Route an, um erste Erfahrungen zu machen.“

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Mit den Planungen beauftragt wurde bereits das Niestetaler Büro Iffert & Partner, das in enger Zusammenarbeit mit dem ZRK und den beteiligten Städten Kassel und Vellmar nun alle notwendigen Vorbereitungen für das Bauvorhaben trifft. „Die Vermessungen laufen schon“, sagt Bachmann.

„Bei diesen Vorplanungen ist uns auch Bürgerbeteiligung wichtig“, sagen der Vellmarer Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD) sowie der Kasseler Verkehrsdezernent Dirk Stochla (SPD). Dabei ginge es nicht nur um Akzeptanzerhöhung, sondern auch darum, dass noch Einwände oder Verbesserungsvorschläge in die Planungen einfließen können. „Wir werden in jedem Fall die Ortsbeiräte mit ins Boot holen“, sagt Stochla.

 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Die Fiedlerstraße in Kassel wird ein wichtiges Teilstück der geplanten Raddirektverbindung von Kassel nach Vellmar sein. Obwohl die Fiedlerstraße schon seit Mai 2017 als Fahrradstraße ausgewiesen ist (Bild oben), muss dort noch ordentlich nachgebessert werden.

ARCHIVFOTOS: PIA MALMUS / SWEN PFÖRTNER  / ANDREAS FISCHER

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). RADDIREKTVERBINDUNG VELLMAR - KASSEL

Voraussichtlich Mitte 2020 könne dann die Ausführungsplanung angestoßen werden, sodass im Laufe des Jahres 2021 der Bau beginnen kann.

Tatsächlich ist die Raddirektverbindung von Kassel nach Vellmar noch relativ einfach zu realisieren. An vielen Stellen bestehen schon gute Wege für Radler, „an anderen Stellen muss noch nachgebessert werden“, sagt Bachmann. Ideal für Raddirektverbindungen seien Breiten von drei bis vier Meter.

  •  Kreuzung Fiedlerstraße/Eisenschmiede: Eine der Schlüsselstellen ist in Kassel die gefährliche und unübersichtliche Kreuzung Fiedlerstraße, Eisenschmiede und Bunsenstraße. Zwar ist die Fiedlerstraße bereits seit 2017 als Fahrradstraße ausgewiesen, jedoch gibt es noch keine ideale und vor allem unterbrechungsfreie Querungsmöglichkeit für Radfahrer an der Kreuzung. „Daran arbeiten wir noch“, sagt Stochla. Im Übrigen sei geplant, die Fiedlerstraße als Vorfahrtsstraße für Radfahrer (aktuell noch rechts vor links) mit eindeutig rot markiertem Radweg auf der Fahrbahn zu entwickeln.
  • Neuer Radweg Bunsenstraße: Im weiteren Streckenverlauf soll die neue Radroute ab der Ahnebrücke am Philippinenhöfer Weg auf einer komplett neu gebauten Rad-Piste parallel zur Bunsenstraße auf der andern Seite der Ahne verlaufen. Bislang teilen sich Fuß- und Radfahrer den schmalen Weg direkt vorbei an der Gärtnerei-Siedlung auf der Nordseite der Ahne. „Dieser Weg ist zu schmal, um dort Fuß- und Radverkehr abzuwickeln“, sagt Stochla. Die neue Piste soll bis zur Ahne-Brücke an der Gahrenbergstraße führen und dann erneut die Flussseite wechseln.
  • Radwegoptimierung entlang der Ahne: Ein dritter problematischer Bereich ist der Abschnitt in Niedervellmar von der Ihringshäuser Straße entlang der Ahne bis hinüber zur Brüder-Grimm-Straße nahe des Vellmarer Hallenbades. „Auf diesem Streckenabschnitt gibt es zwar schon einen kombinierten Fuß- und Radweg“, sagt Ludewig. „Jedoch ist er zu schmal und führt über einige Brücken, die den Radverkehrsfluss nur behindern.“ Auch an diesen Stellen werde es bauliche Veränderungen geben.

Insgesamt wird der Bau der Raddirektverbindung von Vellmar nach Kassel rund 2,6 Mio. Euro kosten. Gut zwei Drittel dieser Summe werden sich voraussichtlich durch Fördergelder des Bundes und des Landes abdecken lassen. Die übrigen 860 000 Euro werden zu einem Drittel von der Stadt Vellmar, zu zwei Dritteln von der Stadt Kassel gestemmt.